Pelletofen richtig heizen: So holen Sie im Wohnzimmer und in der Wohnung das Beste aus Ihrem Ofen
Wenn die Heizsaison beginnt, stellt sich in vielen Haushalten dieselbe Frage: Wie stelle ich den Ofen eigentlich am besten ein? Wer seinen Pelletofen richtig heizen will, braucht keine Technikkenntnisse, aber ein paar Grundregeln. Wir bei Becoflamm erklären Ihnen, welche Temperatur sinnvoll ist, wie Sie Heizprogramme und Thermostat nutzen, wie sich die Wärme im Wohnzimmer verteilt und worauf Sie beim Pelletofen in der Wohnung achten sollten. Dazu kommen die Fehler, die wir bei Servicebesuchen besonders oft sehen.
Pelletofen richtig heizen: Was den Unterschied macht
Ein Pelletofen arbeitet anders als ein Kaminofen mit Scheitholz. Sie legen nicht nach, sondern geben eine Wunschtemperatur oder eine Leistungsstufe vor. Die Steuerung regelt dann selbst, wie viele Pellets die Förderschnecke in die Brennschale bringt und wie stark das Gebläse läuft. Das heißt aber auch: Wie gut der Ofen im Alltag arbeitet, hängt stark davon ab, wie er eingestellt ist.
Drei Dinge entscheiden am meisten: eine passende Temperatur, möglichst wenige Start- und Stopp-Vorgänge und trockene Pellets in guter Qualität. Wer diese drei Punkte im Griff hat, heizt gleichmäßiger, hat weniger Rückstände in der Brennschale und muss seltener eingreifen. Welche Ausführung zu Ihrem Zuhause passt, ob mit einem Ventilator, als Multiair-Gerät oder wasserführend, sehen Sie auf unserer Seite zum Heizen mit dem Pelletkaminofen.
Temperatur und Leistungsstufe richtig wählen
Für Wohnräume gelten 20 bis 21 Grad als angenehm, im Schlafzimmer reichen meist 17 bis 18 Grad. Jedes Grad mehr bedeutet einen spürbar höheren Pelletverbrauch. Stellen Sie die Wunschtemperatur deshalb nicht höher ein, als Sie sie tatsächlich brauchen. Ein Ofen, der auf 25 Grad gestellt ist, heizt nicht schneller auf 21 Grad. Er heizt nur weiter, bis 25 Grad erreicht sind.
Die meisten Pelletöfen modulieren, sie arbeiten also in mehreren Leistungsstufen. In der Übergangszeit im Herbst und im Frühjahr ist es meist besser, den Ofen über längere Zeit auf kleiner Stufe laufen zu lassen, statt ihn kurz auf voller Leistung zu betreiben und dann wieder abzuschalten. Jeder Neustart braucht die elektrische Zündung, und in der Startphase verbrennen die Pellets weniger gleichmäßig als im laufenden Betrieb. Mehr Starts bedeuten mehr Rückstände in der Brennschale und mehr Belastung für das Zündelement.
An sehr kalten Tagen im Dezember und Jänner darf der Ofen ruhig länger auf höherer Stufe laufen. Wichtig ist, dass er seine Leistung gleichmäßig abgeben kann und nicht ständig zwischen Ein und Aus wechselt.
Heizprogramme, Thermostat und Fernsteuerung sinnvoll nutzen
Moderne Pelletöfen haben eine Zeitsteuerung, und es lohnt sich, sie zu nutzen. Ein Wochenprogramm, das den Ofen eine halbe Stunde vor dem Aufstehen startet und am Abend rechtzeitig herunterfährt, ist bequemer als das Einschalten von Hand und spart Pellets gegenüber einem Ofen, der den ganzen Tag gleich läuft, während niemand zu Hause ist.
Bei der Programmierung hilft eine einfache Regel: lieber wenige, längere Heizphasen als viele kurze. Wenn Sie tagsüber nur ein paar Stunden außer Haus sind, ist eine abgesenkte Temperatur oft sinnvoller als ein komplettes Abschalten, weil der Ofen sonst am Nachmittag wieder voll durchstarten muss.
Sitzt der Temperaturfühler direkt am Gerät, misst er die Luft rund um den Ofen, und die ist wärmer als im Rest des Raumes. Der Ofen regelt dann früher zurück, als Ihnen lieb ist. Viele Modelle lassen sich deshalb mit einem externen Raumthermostat oder einem Fühler an einer anderen Stelle betreiben. Bei Geräten mit WLAN-Modul steuern Sie den Ofen zusätzlich über das Handy, etwa wenn Sie früher als geplant heimkommen. Ob Ihr Modell das kann und wie es eingerichtet wird, zeigen wir Ihnen gerne in einem unserer Schauräume.
Pelletofen im Wohnzimmer: Wärme richtig verteilen
Der Pelletofen im Wohnzimmer ist für viele der Mittelpunkt des Hauses. Damit die Wärme nicht nur dort ankommt, wo der Ofen steht, lohnt ein Blick auf die Ausführung. Ein Gerät mit Umluftventilator verteilt die warme Luft schneller im Raum. Ein Multiair-Ofen hat mindestens zwei Ventilatoren, davon einen an der Rückseite, und kann so angrenzende Räume mitwärmen. Modelle mit abschaltbarem Gebläse bieten beides: leise Strahlungswärme am Abend und eine schnelle Wärmeverteilung, wenn es rasch warm werden soll.
Auch die Raumaufteilung spielt mit. Offene Türen zum Vorraum oder zur Küche helfen, die Wärme zu verteilen. Schwere Vorhänge, Möbel direkt vor dem Ofen oder ein Sofa, das den Luftstrom blockiert, bremsen sie dagegen. Halten Sie die Abstände zu brennbaren Materialien ein, die in der Bedienungsanleitung stehen. Das ist eine Sicherheitsvorgabe, keine Empfehlung.
Soll der Ofen nicht nur das Wohnzimmer, sondern das ganze Haus samt Heizkörpern und Warmwasser versorgen, ist ein wasserführendes Gerät die passende Lösung. Es wird in den bestehenden Heizkreislauf eingebunden. Wie das funktioniert, lesen Sie auf unserer Seite zur Zentralheizung mit Pellets oder Holz.
Pelletofen in der Wohnung: Worauf Sie achten sollten
Auch in einer Wohnung lässt sich ein Pelletofen betreiben, vorausgesetzt, ein geeigneter Rauchfang oder eine zulässige Abgasführung ist vorhanden. Vor der Inbetriebnahme muss der Rauchfangkehrer die Anlage begutachten. Bei Mietwohnungen und im Wohnungseigentum braucht es außerdem die Zustimmung der Vermieterin oder des Vermieters bzw. der Eigentümergemeinschaft.
Drei Punkte sind in der Wohnung besonders wichtig:
- Verbrennungsluft: In dichten Wohnungen und bei einer Wohnraumlüftung ist ein raumluftunabhängiges Gerät mit externer Verbrennungsluftzufuhr die sichere Wahl.
- Dunstabzug: Eine Dunstabzugshaube im Abluftbetrieb kann in der Wohnung Unterdruck erzeugen. Dann braucht es eine Sicherheitseinrichtung, etwa einen Fensterkontaktschalter, oder eine Umlufthaube.
- Platz: Für schmale Räume gibt es Geräte mit einer Tiefe ab 25 cm. Rechnen Sie auch den Platz für einen kleinen Vorrat an Pelletsäcken ein.
Wichtig ist auch die Größe. Ein Ofen, der für die Wohnung zu stark ist, erreicht die Wunschtemperatur sehr schnell, schaltet ab und startet kurz danach wieder. Genau diese vielen Starts wollen Sie vermeiden. Lassen Sie die Leistung deshalb nach der tatsächlichen Wohnfläche und dem Dämmstandard auslegen, nicht nach dem größten Modell im Prospekt.
Die richtigen Pellets und ihre Lagerung
Ein Pelletofen ist nur so gut wie seine Pellets. Achten Sie auf zertifizierte Ware der Qualitätsklasse ENplus A1. Diese Klasse legt unter anderem einen Wassergehalt von höchstens 10 Prozent und einen niedrigen Aschegehalt fest. Zu feuchte Pellets oder Pellets mit viel Abrieb führen zu mehr Asche, zu Schlacke in der Brennschale und im schlimmsten Fall zu Störungen.
Lagern Sie die Säcke trocken, nicht direkt auf kaltem Boden und nicht im Freien. Ein trockener Keller oder Abstellraum ist ideal. Leeren Sie beim Nachfüllen den Staub am Sackboden nicht mit in den Vorratsbehälter, denn feiner Abrieb kann die Förderschnecke verlegen. Und wechseln Sie nicht ständig zwischen verschiedenen Sorten: Wenn Sie Pellets gefunden haben, mit denen Ihr Ofen gut läuft, bleiben Sie dabei.
Was Sie selbst pflegen und wann der Techniker kommt
Ein Teil der Pflege liegt bei Ihnen und dauert nur wenige Minuten. Die Brennschale sollte je nach Modell und Heizdauer täglich oder alle zwei Tage von Rückständen befreit werden, sofern Ihr Ofen keine Selbstreinigung hat. Die Aschelade leeren Sie regelmäßig, die Sichtscheibe reinigen Sie nur im kalten Zustand. Wie oft genau, steht in der Bedienungsanleitung Ihres Geräts.
Einmal im Jahr gehört der Ofen in die Hände eines Technikers. Beim Service werden Brennraum, Wärmetauscher und Abgaswege gereinigt, Dichtungen, Sensoren und Elektronik geprüft und die Verbrennung eingestellt. Was dabei im Detail passiert, haben wir in unserem Beitrag zur Pelletofen-Wartung zusammengefasst. Unser Kundendienst betreut Öfen unabhängig von der Marke, unter anderem Geräte von MCZ und Extraflame.
Typische Fehler beim Heizen mit dem Pelletofen
- Die Wunschtemperatur wird zu hoch eingestellt, „damit es schneller warm wird“.
- Der Ofen wird mehrmals am Tag von Hand ein- und ausgeschaltet, statt ein Zeitprogramm zu nutzen.
- Der Vorratsbehälter läuft ganz leer. Dann muss der Ofen neu befüllt und gestartet werden, und Staub vom Behälterboden landet in der Schnecke.
- Die Brennschale wird nicht gereinigt, bis die Zündung nicht mehr durchkommt.
- Es werden feuchte Pellets oder Pellets ohne Qualitätszertifikat verwendet.
- Der jährliche Service wird ausgelassen, weil der Ofen ja noch läuft.
Viele Störungen, zu denen wir im Winter gerufen werden, gehen auf einen dieser Punkte zurück. Gerade zu Beginn der Heizsaison lohnt es sich, die Einstellungen einmal in Ruhe durchzugehen.
Häufige Fragen zum richtigen Heizen mit dem Pelletofen
Soll ich den Pelletofen über Nacht laufen lassen?
Das hängt von Ihrem Zuhause ab. In einem gut gedämmten Haus reicht es meist, den Ofen am Abend herunterzufahren und am Morgen per Zeitprogramm zu starten. In älteren Häusern oder an sehr kalten Tagen kann eine abgesenkte Nachttemperatur auf kleiner Stufe angenehmer sein, weil die Räume sonst stark auskühlen.
Wie viele Pellets braucht ein Pelletofen pro Tag?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Der Verbrauch hängt von der Leistung des Geräts, der eingestellten Temperatur, der Dämmung und der Außentemperatur ab. Den Verbrauch Ihres Modells bei kleiner und großer Leistung finden Sie im Datenblatt. Wenn Sie Ihren Verbrauch eine Woche lang mitschreiben, haben Sie rasch einen guten Richtwert für Ihren Haushalt.
Kann ich mit einem Pelletofen eine ganze Wohnung heizen?
Ja, wenn Leistung und Ausführung passen. In offenen Grundrissen genügt oft ein Gerät mit Umluftventilator, für mehrere getrennte Räume eignet sich ein Multiair-Ofen. Ein wasserführender Ofen versorgt zusätzlich Heizkörper oder Fußbodenheizung.
Was tun, wenn der Pelletofen eine Fehlermeldung zeigt?
Sehen Sie zuerst in der Bedienungsanleitung nach, was der Code bedeutet. Häufig ist die Brennschale verschmutzt, der Vorratsbehälter leer oder die Tür nicht richtig geschlossen. Bleibt die Meldung bestehen, kontaktieren Sie unseren Kundendienst, statt den Ofen mehrmals hintereinander neu zu starten.
Kann ich in meinem Pelletofen auch Holz verbrennen?
Nein. Ein reiner Pelletofen ist ausschließlich für Pellets ausgelegt. Wer beide Brennstoffe nutzen möchte, braucht einen Kombiofen für Pellets und Holz, der für beide Brennstoffe zugelassen ist.
Fazit: Gleichmäßig heizen statt ständig nachregeln
Wer seinen Pelletofen richtig heizen will, braucht vor allem drei Dinge: eine passende Temperatur, ein durchdachtes Zeitprogramm und gute, trocken gelagerte Pellets. Dazu kommen ein paar Minuten Pflege pro Woche und ein jährlicher Service. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Ofen richtig eingestellt ist, oder ein neues Gerät für Ihr Wohnzimmer oder Ihre Wohnung suchen, beraten wir Sie bei Becoflamm gerne persönlich in unseren Schauräumen in Amstetten und St. Oswald bei Freistadt.
