Kaminofen- und Kachelofen-Service: Was bei der jährlichen Überprüfung gemacht wird

Der Kaminofen brennt, der Kachelofen wärmt – warum also jedes Jahr jemanden kommen lassen? Weil sich über eine Heizsaison Ruß, Asche und Ablagerungen genau dort sammeln, wo man sie nicht sieht. Und weil Dichtungen, Brennraumauskleidung und Rauchrohr mit jedem Feuer etwas abbekommen. Ein regelmäßiger Kaminofen Service zeigt rechtzeitig, was noch passt und was vor dem nächsten Winter getauscht werden sollte. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, was bei der jährlichen Überprüfung von Kaminofen, Heizkamin und Kachelofen gemacht wird, was Sie selbst erledigen können und wofür der Rauchfangkehrer zuständig ist.

Warum auch ein Holzofen einen Kaminofen Service braucht

Ein Scheitholzofen wirkt auf den ersten Blick einfach: Brennraum, Tür, Luftregler, Rauchrohr. Anders als beim Pelletofen gibt es keine Steuerung, keine Förderschnecke und kein Gebläse, das ausfallen kann. Trotzdem arbeitet in jedem Holzofen eine Reihe von Teilen, die sich mit der Zeit abnutzen. Die Dichtschnüre an Tür und Scheibe werden hart und flach. Die Auskleidung des Brennraums bekommt Risse. Der Rost verzieht sich, die Umlenkplatte oberhalb des Feuers setzt sich mit Ruß und Flugasche zu.

Die Folgen merken Sie oft erst schleichend. Zieht der Ofen über eine undichte Tür Falschluft, lässt sich das Feuer nicht mehr sauber drosseln. Das Holz brennt schneller durch, Sie legen öfter nach, und die Scheibe verrußt schon nach wenigen Abenden. Ist die Umlenkplatte zugesetzt, kommt mehr Wärme ungenutzt im Rauchfang an, und beim Öffnen der Tür kann Rauch in den Raum drücken. Beim Service werden genau diese Punkte kontrolliert, bevor aus einer Kleinigkeit ein Schaden wird. Bei Becoflamm betreuen wir Pelletöfen und Kaminanlagen im eigenen Kundendienst.

Was beim Kaminofen Service geprüft und gereinigt wird

Der genaue Umfang hängt vom Ofenmodell und vom Hersteller ab. Die folgenden Punkte gehören bei einem Scheitholzkaminofen aber praktisch immer dazu:

  • Brennraum und Auskleidung: Schamotte- oder Vermiculiteplatten werden auf Risse und Ausbrüche kontrolliert. Feine Haarrisse sind meist unbedenklich. Durchgehende Brüche oder ausgebrochene Stücke sollten getauscht werden, weil sonst Hitze direkt auf den Stahlkorpus trifft.
  • Dichtungen an Tür und Scheibe: Sitzt die Tür noch dicht? Ein einfacher Test ist ein Blatt Papier, das man in die geschlossene Tür klemmt. Lässt es sich ohne Widerstand herausziehen, ist die Dichtung an dieser Stelle fällig.
  • Umlenkplatte und Rauchgaswege: Die Platte oberhalb des Feuerraums wird ausgebaut, Ruß und Flugasche werden entfernt, die Rauchgaswege dahinter gereinigt.
  • Rost, Aschelade und Luftführung: Rost und Aschelade werden kontrolliert, die Luftschieber müssen sich leicht bewegen lassen und ganz schließen.
  • Scheibe, Scharniere und Verschluss: Sprünge in der Sichtscheibe, ein ausgeschlagenes Scharnier oder ein Verschluss, der nicht mehr fest zuzieht, fallen bei der Sichtprüfung auf.
  • Rauchrohr und Anschluss: Das Verbindungsstück zum Rauchfang wird auf Ablagerungen, Korrosion und einen festen, dichten Sitz kontrolliert.

Zum Abschluss wird der Ofen angeheizt. Dabei zeigt sich, ob er gut zieht, ob die Luftregelung greift und ob irgendwo Rauch austritt. Fällt etwas auf, besprechen wir mit Ihnen, welche Teile getauscht werden sollten und ob das sofort oder erst vor der nächsten Heizsaison nötig ist.

Heizkamin und Kachelofen: Worauf es bei der Überprüfung ankommt

Beim Heizkamin und beim Kachelofen ist die Überprüfung etwas aufwendiger, weil ein Teil der Technik hinter der Verkleidung liegt. Ein Heizkamin besteht meist aus einer Heizkassette, um die herum Speicherelemente und eine Verkleidung gesetzt sind. Kontrolliert werden hier vor allem die Kassette selbst, ihre Tür- und Scheibendichtungen, der Brennraum und die Rauchgasführung. Über die Revisionsöffnungen lässt sich prüfen, ob sich in den Speicherelementen und Zügen Asche angesammelt hat.

Beim klassischen Kachelofen läuft das heiße Rauchgas durch Züge im Inneren, bevor es in den Rauchfang geht. Dort gibt es seine Wärme an die Speichermasse ab, die dann über Stunden ausstrahlt. In diesen Zügen lagern sich mit der Zeit Asche und Ruß ab. Je dicker diese Schicht wird, desto weniger Wärme kommt in der Speichermasse an. Ob die Züge über die Putztüren gereinigt werden müssen, hängt davon ab, wie viel und mit welchem Holz Sie heizen. Zusätzlich werden die Kacheln und Fugen auf Risse kontrolliert. Ein feiner Riss in einer Fuge ist meist ein optisches Thema, ein durchgehender Riss, durch den Rauch austreten kann, nicht.

Was Sie selbst erledigen können und was nicht

Einen Teil der Pflege übernehmen Sie im Alltag ohnehin. Wichtig ist, dass Sie dabei immer die Bedienungsanleitung Ihres Ofens im Blick haben, denn nicht jedes Modell wird gleich behandelt.

  • Asche entfernen: Regelmäßig und nur, wenn sie vollständig ausgekühlt ist. Asche gehört in einen Metallbehälter mit Deckel, nie direkt in die Mülltonne.
  • Scheibe reinigen: Bei kaltem Ofen mit einem feuchten Tuch, das Sie in etwas Asche tupfen. Scharfe Klingen und Scheuermittel zerkratzen die Oberfläche.
  • Richtig heizen: Trockenes Scheitholz mit einer Restfeuchte unter 20 Prozent verbrennt sauberer und lässt weniger Ruß an Scheibe und Umlenkplatte zurück. Ein einfaches Holzfeuchtemessgerät zeigt Ihnen, ob das Holz so weit ist.
  • Sichtkontrolle: Achten Sie auf Dichtungen, die ausfransen, auf ausgebrochene Platten im Brennraum und auf Rauchgeruch im Raum.

Nicht selbst erledigen sollten Sie alles, was über die tägliche Pflege hinausgeht: den Ausbau der Brennraumauskleidung, das Öffnen der Züge beim Kachelofen, das Lösen des Rauchrohrs oder den Tausch von Dichtungen mit Ofenkleber. Hier entscheidet die richtige Ausführung darüber, ob der Ofen danach wieder dicht und sicher arbeitet.

Rauchfangkehrer und Ofenservice: Wer macht was?

Viele unserer Kundinnen und Kunden gehen davon aus, dass mit dem Besuch des Rauchfangkehrers alles erledigt ist. Das stimmt nur zur Hälfte. Der Rauchfangkehrer kehrt und überprüft den Rauchfang und, je nach Bundesland, auch das Verbindungsstück zum Ofen. Wie oft er kommt, regelt die Kehrordnung Ihres Bundeslandes. Diese Überprüfung ist gesetzlich vorgeschrieben und dient der Sicherheit.

Den Ofen selbst nimmt der Rauchfangkehrer aber nicht auseinander. Ob die Türdichtung noch hält, die Schamotteplatten intakt sind oder ein Luftschieber klemmt, ist Sache des Ofenservice. Beides ergänzt sich: Der Rauchfangkehrer sorgt dafür, dass der Rauchfang frei ist und richtig zieht, der Service sorgt dafür, dass der Ofen das Feuer sauber führt. Weist der Rauchfangkehrer bei seinem Besuch auf einen Mangel am Ofen hin, ist das ein guter Anlass, einen Servicetermin zu vereinbaren.

Wann der richtige Zeitpunkt für den Kaminofen Service ist

Der beste Zeitpunkt ist kurz nach dem Ende der Heizsaison. Dann sind die Ablagerungen des Winters noch frisch, und falls ein Ersatzteil bestellt werden muss, bleibt bis zum Herbst genug Zeit. Bei Becoflamm beginnt die Servicesaison, wenn die Heizsaison endet: Von März bis September fahren unsere Technikerinnen und Techniker in Touren und planen Ihren Termin gerne mit ein. Wer erst im Oktober anruft, wenn die ersten kalten Nächte da sind, wartet dagegen oft länger.

Unabhängig vom Kalender gibt es Warnzeichen, bei denen Sie nicht bis zum nächsten Frühjahr warten sollten:

  • Beim Öffnen der Tür oder während des Betriebs tritt Rauch in den Raum aus.
  • Die Scheibe verrußt trotz trockenem Holz innerhalb kurzer Zeit.
  • Das Feuer lässt sich über die Luftregler nicht mehr drosseln.
  • Im Brennraum sind Platten gebrochen oder herausgefallen.
  • Sie bemerken Risse am Korpus, an der Scheibe oder in der Verkleidung.

Tritt Rauch in den Wohnraum aus, heizen Sie bitte nicht weiter, sondern lüften Sie und melden Sie sich bei unserem Kundendienst oder beim Rauchfangkehrer.

Service bei Becoflamm: auch für Öfen, die Sie nicht bei uns gekauft haben

Wir bei Becoflamm sind ein Familienbetrieb mit Standorten in Amstetten und in St. Oswald bei Freistadt und betreuen Öfen und Kaminanlagen bereits in zweiter Generation. Unser Kundendienst ist markenunabhängig. Neben den Öfen, die wir selbst verkaufen, betreuen wir unter anderem Geräte von MCZ, Extraflame, La Nordica, Aduro und Olsberg, weitere Marken wie Austroflamm oder Rika auf Anfrage. Wir beheben Störungen, tauschen Verschleißteile und besorgen Originalersatzteile für Ihren Ofen.

Damit wir gut vorbereitet kommen, geben Sie uns bei der Terminvereinbarung bitte Marke und Ofentyp bekannt. Für den Pelletofen-Service gibt es in Amstetten, Blindenmarkt, Waidhofen an der Ybbs, Ybbs an der Donau und Pöchlarn eine Online-Buchung. Für Kaminöfen, Heizkamine, Kachelöfen und Kombiöfen für Holz und Pellets vereinbaren Sie den Termin am einfachsten telefonisch oder per E-Mail. Dann sagen wir Ihnen auch gleich, welche Arbeiten wir bei Ihrem Ofen übernehmen.

Häufige Fragen zum Kaminofen- und Kachelofen-Service

Wie oft braucht ein Kaminofen ein Service?

Wir empfehlen eine Überprüfung einmal im Jahr, am besten nach der Heizsaison. Wer den Kaminofen nur gelegentlich am Wochenende anheizt, kommt mit weniger Aufwand aus als jemand, der den ganzen Winter damit heizt. Maßgeblich sind außerdem die Vorgaben des Herstellers in der Bedienungsanleitung.

Muss ein Kachelofen jedes Jahr gereinigt werden?

Nicht zwingend vollständig. Die Züge sollten aber regelmäßig kontrolliert werden. Ob sie gereinigt werden müssen, zeigt sich bei der Überprüfung und hängt vor allem davon ab, wie oft Sie heizen und wie trocken Ihr Holz ist.

Ersetzt der Rauchfangkehrer das Ofenservice?

Nein. Der Rauchfangkehrer kümmert sich um den Rauchfang und dessen Sicherheit. Dichtungen, Brennraumauskleidung, Luftregelung und Mechanik des Ofens prüft er nicht. Dafür ist der Ofenservice zuständig.

Warum verrußt die Scheibe meines Kaminofens so schnell?

Die häufigsten Ursachen sind zu feuchtes Holz, zu wenig Verbrennungsluft oder eine undichte Türdichtung. Liegt es nicht am Holz, sollte beim Service geprüft werden, ob die Dichtung oder die Luftführung die Ursache ist.

Betreut Becoflamm auch Öfen anderer Marken?

Ja. Unser Kundendienst ist markenunabhängig. Geben Sie uns bei der Anfrage Marke und Ofentyp bekannt, dann klären wir vorab, ob wir die passenden Ersatzteile besorgen können.

Fazit: Ein Termin im Jahr, damit das Feuer im Winter passt

Ein Kaminofen oder Kachelofen braucht keine aufwendige Pflege, aber eine regelmäßige Kontrolle. Beim Kaminofen Service werden Dichtungen, Brennraum, Umlenkplatte, Luftregelung und Rauchrohr überprüft und gereinigt, beim Kachelofen zusätzlich die Züge und die Verkleidung. Der Rauchfangkehrer ergänzt das, ersetzt es aber nicht. Wer den Termin gleich nach der Heizsaison einplant, geht mit einem geprüften Ofen in den nächsten Winter. Melden Sie sich bei unserem Kundendienst, wir bei Becoflamm planen Ihren Ofen gerne in unsere Servicetour ein.